Silikon-bleeding immer möglich?

Ariel
· Erstellt am 14.09.2019 · Update 3.12.2021

Hallo, mich interessieren brennend einige Fragen. Bei Beratungsgesprächen hört man ja nie vom sogenanntem Silikon-Bleeding. Im Gegenteil man hört nur, schnittfestes Gel, Gel kann nicht auslaufen ect. Erst im Internet bin ich darauf aufmerksam geworden, dass das sogenannte Bleeding bei ALLEN Implantaten vorkommt, bei den einen Implantaten früher bei den anderen später. Dabei wandern mikroskopisch kleine Teile des Silikon-Füllstoffes (welche natürlich aus Chemikalien bestehen!) allmählich durch die Hülle in die Gewebekapsel um das Implantat. Ehrlich gesagt finde ich das etwas mies, dass diese wichtige Tatsache in Beratungsgesprächen nicht thematisiert wird oder zumindest angesprochen wird. Zum anderen stellt sich mir die Frage, ob diese mikroskopisch kleinen Teilchen tatsächlich in der Kapsel verbleiben oder von Lymphknoten in der Nähe abgefangen werden??

Und an eventuell Betroffene: Hat jemand persönliche Erfahrung mit Silikon-Bleeding und kann darüber berichten?

Viele Grüße

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10 Kommentare

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  • Risiken_v_Silikonimp
    3.12.2021

    @solimana: Das tut mir leid! Wenn Du Informationen darüber benötigt, wie Du am Besten explantierst und dann Entgiftest, dann schau Dich auf unsere Homepage um.

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  • Solimana
    1.12.2021

    Bei mir wurden Läsionen in der Leber gefunden, hervorgerufen durch Mikropartikel von Silikon. Btw intakte Implantate.

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  • Risiken_v_Silikonimp
    29.11.2021

    Ich würde die Implantate restlos entfernen lassen und versuchen die Giftstoffe zu entgiften. Leider kann eine Ruptur in bis zu 30 % der Implantate immer wieder auftreten. Leider manchmal mit unheilbaren Folgen.

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  • OanaGrigore
    28.11.2021

    Hallo!Ist bei einer Diagnose von mehreren silikonbeladener lympfknoten eine Implantaustausch notwendig bzw.die lympfknoten ausräumen?Dankeschön

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  • Risiken_v_Silikonimp
    7.12.2020

    Auch wenn der Post etwas älter ist, so ist das Thema aktueller denn je:-) Bei YouTube gibt es zu diesem Thema ein sehr interresantes Video. Einfach mal Dr. Henry Dijkmann bei YouTube in die Suche eingeben. Es ist zwar auf Englsich, aber medizinische sehr fundiert. Er spricht über Silikon Bleeding, Auswirkungen von Implantaten auf Babys im Mutterleib und sagt, dass Implantate giftige Quellen im Körper sind.

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  • Susanne344470
    Gekröntes Mitglied
    22.09.2019

    Sehr geehrte Frau Dr.Warbanow , führenSie persönlich auch Implantatentfernungen en bloc durch, so dass das Implantat erst außerhalb des Körpers aus der geschlossenen Kapsel entnommen wird ?
    VG von Susanne

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  • Praxis Dr. Edelmann

    Praxis Dr. Edelmann

    · 20.09.2019

    Bei den von meinen Patientinnen und von mir bevorzugten - und von mir seit über 30 Jahren zu 98% aller Eingriffe implantierten Saline-Implantaten (NaCl 0,9%) - stellt sich uns die Frage des Silikon-Bleedings gar nicht erst, Ariel.
    Weitere Infomationen zu FDA-zertifizierten Saline-Implantaten lesen Sie bei Interesse hier:
    https://www.praxis-edelmann.de/web/content/operationen/brustvergroesserung.html

    Beste Grüße aus Frankfurt,

    Dr. med. Paul J. Edelmann.
    http://www.praxis-edelmann.de

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  • Susanne344470
    Gekröntes Mitglied
    16.09.2019

    Wie schön , dass es noch so Ärzte wie Sie gibt , die nicht Alles schön reden ☺️‼️Jeder Arzt sollte seine Patienten so ausführlich über die Nebenwirkungen aufklären und sich den Satz sparen : Ist in meiner Laufbahn aber noch nie vorgekommen ...... Letztendlich entscheidet dann jeder Patient für sich, ob er dieses Risiko eingehen will oder nicht ??‍♀️ Wenn natürlich dann ein Arzt am Ende des BG sagt : Kommt sehr selten vor oder es gibt zig Millionen andere Frauen da draußen, die keine Probleme haben , dann wird einem die Entscheidung selbstverständlich leicht gemacht und das russische Roulette kann beginnen ? Zum Glück gibt es ja heute andere Alternativen ??‼️

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  • Ariel
    15.09.2019

    Hallo Frau Dr. Warbanow, ich danke Ihnen für Ihre ehrliche und qualifizierte Antwort.

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  • Dr. med. Konstanze Warbanow

    Dr. med. Konstanze Warbanow

    · 15.09.2019
    Bester Kommentar

    Hallo Ariel,obwohl sich in den letzten Jahrzehnten die Silikongelimplantate von ihrer Gelzusammensetzung von 100% Flüssigsilikon zu einem kohäsiveren "schnittfesten" Gel hin geändert haben, beinhaltet jedes Implantat natürlich noch flüssiges Silikon, sonst wäre es nicht formbar. Nach meinem Kenntnisstand, nach 20 Jahren reine ästhetische Chirurgie, besteht daher, wie von Ihnen angesprochen, immer ein gewisses Silikon-Bleeding (Silikon-Schwitzen) nach außen in den Implantat-Kapsel-Zwischenraum und entsprechend auch die Durchwanderungsmöglichkeit in das Umgebungsgewebe, sprich Kapsel, Weichteilgewebe, Muskel etc.. Regelmäßig wird Silikongel in Lymphknoten und anderen Organen (z.B. Leber) radiologisch nachweisbar gefunden, auch ohne defekte Implantate. Das Silikongel wird aus in der Natur vorhandenem kristallinem Silicium hergestellt und zu Polydimethylsiloxane verarbeitet. Angeblich werden chemische Zusätze wie Färbemittel, Antioxidantien oder Weichmacher während des Herstellungsprozesses wieder entfernt, aber auch da sind Rückstände denkbar. Das Bleeding ist aber heutzutage verglichen mit den Implantaten der Vorgenerationen erheblich reduziert, dennoch vorhanden. Sicher spielt hier auch die Implantliegezeit (in der Regel ja 10-15 Jahre) und die Beanspruchung im Körper eine Rolle. Leider wird das, wie Sie auch schon erwähnten, oft verschwiegen bzw. nicht explizit erwähnt. Andererseits ist es die Frage, ob das von bedeutender Wichtigkeit ist, denn andere Risiken zählen viel mehr und ziehen mehr Konsequenzen nach sich.

    Allgemein verschleißt jedes Implantat mit der Zeit und wird porös, mürbe und irgendwann defekt. Den Endzeitpunkt, wann es kritisch wird und man das Implantat wechseln sollte, damit aus dem technischen Verschleiß nicht eine Ruptur (Implantat-Riss) und damit ein makroskopischer Silikontransport nach außen geschieht, ist ungewiss und nicht vorhersagbar. Man geht von ca. 10-15 Jahren aus. Ich denke persönlich, wer einmal Silikon in sich trägt, wird in gewisser Weise immer mit einer bestimmten Menge Silikon "belastet" werden, eventuell auch lebenslang. Es ist fraglich, ob der Körper sich davon selbst befreien kann. Ähnliches gilt ja auch z.B. für Amalgam, andere Schwermetalle, Tätowierfarben. Wer das nicht möchte, der darf sich logischerweise keine Silikonimplantate einpflanzen lassen.

    Generell ist das Bleeding ein fraglich bedeutendes Risiko in der Brustimplantatprozedur. Neuerliche Diskussionen um ein Breast Implant Illness Syndrome (Brustimplantat-Krankheit), welche wieder von den USA vorallem von Sozialen Medien ausgehen, verlinken diverse Krankheitssymptome aller Art mit Silikongelimplantaten. Jahrzehntelange immer wiederkehrende Untersuchungen, besonders in Amerika, haben bislang nie einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einer definierten Krankheit und Silikongelimplantaten nachweisen können. Ob diese Krankheit wirklich existiert, wird eventuell die Zukunft zeigen. Letztendlich sind andere Folgen und Nebenwirkungen von Silikonimplantaten relevanter: Folgeoperationen, durchaus mehrere in der Lebenszeit aus den unterschiedlichsten Gründen wie schmerzhafte Verkapselungen (Kapselfibrose), rupturierte Implantate, ästhetisch nicht (mehr) befriedigendes Aussehen, Auftreten von Seromen (Wundwasseransammlungen), auch nach Jahren!, Implantatdrehungen und andere Fehllagen, Sicht- und Fühlbarwerden der Implantate (Kanten, Falten = Rippling), Hinweise oder Nachweise eines mit den Implantaten vergesellschafteten bösartigen Lymphkrebses (BIA-ALCL) oder das bloße Altern der Implantate und der nach 10-15 Jahren routinemäßig empfohlene Austausch.
    Meine Erfahrung sagt: Jede Implantatpatientin denkt ja, sie würde das alles nie treffen, das wären Ausnahmen oder man denkt überhaupt gar nicht an später, ist ja alles sooo weit weg. Erfahrungsgemäß wird der Tag jedoch kommen, und die Frage ist dann nur noch, wann und wo soll die Folgeoperation stattfinden und wer wird sie finanzieren. Und das wird die Patientin sein, denn das sind alles bekannte, hoffentlich vorab aufgeklärte und damit zu erwartende Risiken und die bleiben (leider gerechterweise) auch beim Patienten hängen.

    Es ist gut, dass sich solche Frauen wie Sie über das Thema sehr umfassend informieren und sich eventuell fragen, ob all diese Risiken eine Brustvergrößerung mit Silikongelimplantaten wirklich rechtfertigen. Alternativen sind keine Operation oder auch eventuell eine Vergrößerung mit Eigenfettgewebe. Diese Alternativen sollten zumindest in einer umfassenden Aufklärung beinhaltet sein. Weiterhin viel Glück!
    Dr. Konstanze Warbanow
    Köln / Aachen

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